Rohkost Salat mit Avocado Dressing

Rohkost Salat mit Avocado Dressing

Die Rohkost-Ernährung basiert auf lebendigen, ungekochten sowie unverarbeiteten Lebensmitteln als Grundlage der Ernährung. Wenn jemand mehr als 80% rohe Nahrungsmittel zu sich nimmt, spricht man von einem Rohköstler. Man nimmt an, dass bei diesem Prozentsatz der Körper in der Lage ist, nahezu alle Giftstoffe, welche sich in den restlichen Nahrungsmitteln befinden, zu eliminieren. Wenn man mehr gekochte und verarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, kann der Körper die darin enthaltenen Giftstoffe nicht mehr ausreichend eliminieren war auf die Dauer zu den verschiedensten Krankheiten führt.

Wenn Nahrungsmittel über 47° C erhitzt werden, gehen die Enzyme verloren, die die Verdauung unterstützen. Es ist weiterhin bekannt, dass das Kochen den Nährwert der Nahrungsmittel um einen Großteil senkt und nebenbei durch die große Hitze die natürlichen Stoffe chemisch verändert und somit Karzinogene, freie Radikale, Mutagene und andere Giftstoffe entstehen. Diese Stoffe werden mit den heutigen Zivilisationskrankheiten wie z.B. Arthritis, Arthrose, Herz- und Gefäßkrankheiten, Diabetes und Krebs in Verbindung gebracht.

Was vielen Rohköstlern am Herzen liegt, ist ein vermehrt alkalischer pH Wert der zugeführten Lebensmittel. Im allgemeinen ist eine Rohkosternährung eher basenbildend und eine Kochkosternährung eher säurebildend. Alle Mediziner stimmen damit überein, dass die Balance des pH Wert unseres Blutes einer der wichtigsten biochemischen Regulationssysteme des Körpers ist. Der pH-Wert beschreibt die Menge der Wasserstoffatome in einer Substanz, wie z.B. unserem Blut. Ein höherer Wert steht für eine eher alkalische Substanz (welche mehr Wasserstoffionen absorbiert) und eine niedriger Wert steht für eine eher saure Substanz (mit geringerem Potential Wasserstoffionen zu absorbieren). Das menschliche Blut hat einen pH-Wert im Bereich von 7,37 bis 7,45 und der Körper setzt alles daran, dies aufrecht zu erhalten. Wenn dieser Wert zu großen Schwankungen unterworfen wäre, würde der Mensch sterben. Das Blut befindet sich somit in einem eher alkalischen Bereich. Man geht nun davon aus, dass der pH-Wert unseres Körpers direkt durch unsere Nahrungsmittel beeinflusst werden kann. So gibt es Lebensmittel die dazu tendieren, ein eher alkalisches Milieu zu erzeugen und es gibt Lebensmittel, die eher dazu tendieren, ein saures Körpermilieu zu erzeugen.

Die überwiegenden biochemischen Vorgänge des Körpers laufen optimal nur in einem alkalischen (ein anderes Wort hierfür ist basischen) Milieu ab, was dazu führt, dass Krankheiten entstehen, wenn das Milieu zu sauer wird. Der Körper gesunde Menschen befindet sich in der Regel in einem überwiegend alkalischem Zustand.

Eine der besten Methoden um den Körper zu alkalisieren ist der Verzehr von chlorophyllhaltigen Blattgemüse wie z.B. Feldsalat, Weizengras, Grünkohl, Wildpflanzen usw. Je grüner (bzw. dunkelgrüner), desto mehr Chlorophyll ist enthalten.

Rohköstler leben oft vegan, was bedeutet, dass sie keine tierischen Produkte wie Fleisch, Fisch, Milch oder Eier essen. Im allgemeinen werden nur Früchte, Gemüse, Nüsse, Samen und Sprossen gegessen. Dies mag sich für den ein oder anderen anfänglich langweilig anhören, doch die Kreationen aus dieser Basis übertreffen oft bei weitem den Geschmack herkömmlicher Lebensmittel! Es gibt auch eine Gruppe von Rohköstlern, die rohes Fleisch, Fisch, Eier und Ziegenmilch mit in die Ernährung einschließt. Hier spricht man von der Instincto Ernährung, die ihre Hauptverbreitung in Frankreich hat.

Unter Rohköstlern ist man sich einig, dass der Konsum von ausschließlich ungekochter und unverarbeiteter Nahrung zu Gewichtsreduktion und Krankheitsvorbeugung führt und darüber hinaus noch chronische Krankheiten heilen kann. Ich selbst habe bei meiner Umstellung im Jahr 2001 rund 16 kg an Gewicht verloren und meine multiplen Allergien geheilt. Ich kenne auch persönlich viele Leute, die sich von schweren Krankheiten durch diese Ernährungsweise befreien konnten, die schulmedizinisch nicht mehr behandelt werden konnten.

Wie beginnt man nun mit einer Rohkosternährung?

Es wird oft angenommen, dass die Zubereitung von Rohkost eine Menge Zeit in Anspruch nimmt. Das ist nur bedingt wahr – und bezieht sich auf die Komplexität der Zubereitung. Freilich sind einige Rezepte nur mit einiger Vorarbeit durchzuführen – und dadurch eher für‘s Wochenende geeignet. Die Basics sind jedoch meist schnell und unkompliziert zuzubereiten.

Grüner Smoothie mit SellerieAnstatt das morgendliche Marmeladenbrötchen und den Kaffee könnte man einen grünen Smoothie aus Bananen und Spinat zubereiten – das schmeckt toll und gibt einen energiereichen Start in den neuen Tag.

Goethe sagt in Faust dazu folgendes:

Das kommt nur auf Gewohnheit an.
So nimmt ein Kind der Mutter Brust
Nicht gleich im Anfang willig an,
Doch bald ernährt es sich mit Lust.
So wird’s Euch an der Weisheit Brüsten
Mit jedem Tage mehr gelüsten.

Das trifft auch auf die Rohkosternährung zu! Anfangs begibt man sich heraus aus seiner Komfortzone und probiert etwas Neues aus – und nach gewöhnlich 2 – 3 Monaten hat man sich eine neue Gewohnheit angelegt und ist vollkommen zufrieden und glücklich damit. Und noch mehr: Man spürt ein deutliches „MEHR“ an Energie und Lebensfreude.

Im Allgemeinen kann man von 4 täglichen Malzeiten ausgehen. Beginnt man den Tag mit einem Glas Wasser, gefolgt von einem Smoothie bzw. einer Früchtemahlzeit schafft man sich eine gute Basis.

Zu Mittag gibt es dann einen großen Salat; dieser muss nicht zwangsläufig 100% roh sein – wenn man das als Ziel hat, sollte man sich Zeit lassen. Wie bereits gesagt: Heraus aus der Komfortzone – ABER: Nicht in die Schockzone! Dieser Salat enthält eine Basis von verschiedenen grünen Blättern, Gemüse wie Tomaten, Paprika, Gurken usw. Hier kann je nach Geschmack frei variiert werden – feste Regeln gibt es nur in einem Dogma – und einem Dogma zu folgen, kann gefährlicher sein, als eine überwiegende gekochte Ernährung. Das Dressing kann frisch zubereitet werden oder einfach gekauft werden – je nach dem wie bereit man sich fühlt, seine Ernährung allmählich zu verfeinern. Schritt für Schritt ist hier m.E. die beste Lösung.

Am Nachmittag könnte man über ein zubereitetes Rohkostrezept nachdenken – hiervon finden Sie eine wachsende Auswahl in unserer Rezeptrubrik.

Die 4. Mahlzeit sind die über den Tag verteilten Snacks – hier greife ich persönlich gerne zu Früchten bzw. nichtsüßem Gemüse wie Gurken, Tomaten etc. Viele Rohköstler greifen hier zu selbst getrockneten Früchten, Getreidefladen und eingeweichten Nüssen. Kurz zu den eingewichten Nüssen; Nüsse enthalten Enzyminhibitoren, also Stoffe, welche die Enzymaktivität hemmen – diese gilt es vorher durch einweichen aus den Nüssen herauszulösen, um die Verdaubarkeit zu erhöhen.

Immer wieder über den Tag verteilt oder als 4. Mahlzeit gerechnet ist es ratsam frische Gemüse- und Fruchtsäfte zu trinken. Ratsam ist auch hier – so grüß wie möglich und so süß wie nötig. Als Geräte empfehle ich hierfür den Greenstar Entsafter sowie den Vitamix Mixer.

Für den Anfang empfehle ich:

  • Einfachkeit vor Komplexität
  • Gutes Einsteigerbuch: z.B. „Die Sonnendiät“ von David Wolfe
  • Vertrauen in den eigenen Körper
  • Gemeinschaft mit Gleichgesinnten um motiviert zu bleiben

Sie begeben sich auf eine erstaunliche und spannende Reise – nehmen Sie sich die Zeit um sich in diese Thematik einzulesen, schauen sie sich Videos darüber an, durchstöbern sie Foren – wenn Sie Hilfe brauchen – lassen Sie sich von uns beraten und profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung. Geben Sie sich die Zeit um von alten Gewohnheiten loszulassen und alte Süchte zu überwinden. Seien Sie geduldig mit sich selbst. Wenn Sie sich zweitweise schwach und krank fühlen, sind das i.d.R. Entgiftungserscheinungen, welche zu diesem Prozess dazugehören. Diese können beschleunigt werden durch verschiedene Entgiftungsmethoden. Dies wird jedoch in einem anderen Artikel diskutiert.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, viel Gesundheit und Freude bei der Umsetzung Ihres neuen Lebensstiles!

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